Dekoratives Bild von Frau die alleine in der Natur sitzt, Endometriose Beratung

Endometriose, Stigma und der Rückzug ins Stille

Endometriose betrifft viele Frauen. Und trotzdem hat fast jede von ihnen das Gefühl, die Einzige zu sein.

Das ist kein Zufall. Es ist die direkte Folge davon, dass über dieses Thema nicht gesprochen wird.

Der unsichtbare Maulkorb

Menstruationsbezogene Themen sind meist noch immer schambehaftet. Über lange Zeit war es unüblich, über die Periode zu sprechen. Zu groß war die Angst, als „unzurechnungsfähig“ abgestempelt zu werden oder in einer Gruppe nicht ernst genommen zu werden, weil man gerade die Regel hat.

Dadurch entsteht ein Druck, auch Symptome, die damit zusammenhängen, zu verstecken. Dies schafft erst die Problematik, dass viele von Endometriose Betroffene im Verborgenen leiden und sich darüber nicht austauschen.

Es kann wie ein unsichtbarer Maulkorb sein, der dazu führt, dass die Themen keinen Rahmen finden, um sie zu besprechen. Ohne Austausch bleibt oft das Gefühl, allein mit dem Problem zu sein, und dies kann die Symptomatik und das negative Gefühl dazu verschlechtern.

Der Kreis schließt sich also: Weil niemand spricht, glaubt jede, sie sei allein. Und weil jede glaubt, sie sei allein, spricht niemand.

Was dabei hilft: Du bist nicht alleine. Mit Reflexionsfragen hinterfragen wir deine Haltung zur Menstruation, und du bekommst die Möglichkeit, deine Perspektive zu wechseln, um einen positiveren Umgang mit der Menstruation und deinem Zyklus zu bekommen. Dies führt zu einem wertschätzenden Umgang mit deinem Zyklus und schenkt dir mehr Akzeptanz.

Wie aus Absagen Einsamkeit wird

Betroffene, die Schmerzphasen oder Phasen der Erschöpfung erleben, sagen häufig Termine ab: das Treffen mit Freund:innen, die Grillfeier, das Konzert, auf das sie sich schon so sehr gefreut haben.

Sind die Phasen schwer planbar, werden womöglich immer weniger soziale Aktivitäten eingeplant. Dies kann zur sozialen Isolation führen.

Das passiert schleichend. Niemand entscheidet sich bewusst dafür, sich zurückzuziehen. Es ist eine Folge vieler kleiner, jeweils vernünftiger Entscheidungen: diesmal lieber nicht zusagen, um nicht wieder absagen zu müssen. Und irgendwann kommen die Einladungen von selbst seltener.

Meist wäre aber gerade das hilfreich: Austausch, Gespräche oder die Nähe von Freund:innen, Eltern oder Partner:in zu spüren.

Was dabei hilft: Wenn du dich in diesem Muster wiederfindest, arbeiten wir mit Reflexionsfragen oder möglichen verborgenen Glaubenssätzen und bewegen uns nach und nach hin zu deiner eigenen Zielvorstellung. Du bekommst dadurch Klarheit über deine Bedürfnisse und mehr Handlungsalternativen, wie du mit diesen Phasen für dich besser umgehen kannst.

Wut, Trauer und was passiert, wenn sie keinen Platz haben

Wut, Trauer oder Frustration bekommen in unserer Gesellschaft selten den Raum, den sie brauchen würden. Vor allem Wut ist ein Gefühl, das bei Frauen sehr häufig nicht anerkannt ist. Dies kann dazu führen, dass sie unterdrückt wird.

Gefühle, die unterdrückt werden, können sich im Körper anstauen. Bei Frauen mit Endometriose kann dies ebenso der Fall sein — zum Beispiel, wenn ein langer Diagnoseweg bestritten wurde und einem unter Umständen Schmerzen oder Symptome abgesprochen wurden, oder wenn man lange die Symptome versteckt und die eigenen Bedürfnisse nicht gelebt hat.

Wut ist in diesem Zusammenhang übrigens oft eine völlig angemessene Reaktion. Wer jahrelang nicht ernst genommen wurde, hat guten Grund, wütend zu sein. Das Problem ist nicht das Gefühl — es ist, dass es keinen Ort bekommt.

Was dabei hilft: Gemeinsam finden wir heraus, ob sich bei dir negative Gefühle angestaut haben und wie du diese Gefühle nach und nach zulassen und ausdrücken kannst. Du gewinnst dadurch mehr Verständnis und Verbindung zu dir selbst und schaffst Raum, um mögliche angestaute Gefühle loszulassen.

Zum Schluss

Du musst dich nicht vor der Welt erklären und auch nicht plötzlich mit allen über deine Endometriose sprechen. Aber es tut gut, einen Ort zu haben, an dem diese Themen einen Rahmen bekommen.

Wenn du magst, sprechen wir darüber. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

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