Dekoratives Bild von Frau die alleine in auf einem Berg steht, Lebensberatung Frauen

Endometriose im Job: Das Tabu am Arbeitsplatz

„Mir geht’s gut, danke.“ Wie oft hast du diesen Satz schon gesagt, obwohl gar nichts gut war?

Im Arbeitsalltag ist es für viele Frauen mit Endometriose selbstverständlich, dass die Krankheit dort nichts zu suchen hat. Man funktioniert. Man macht weiter. Und man hofft, dass niemand merkt, wie es einem wirklich geht.

Warum es im Job noch schwerer ist als privat

Die Periode ist ein Tabu-Thema, und dasselbe gilt für Schmerzen und andere Symptome, die damit zusammenhängen. Im Arbeitsalltag wird dies meist noch mehr gelebt als im privaten Leben.

Das hat Gründe. Im Beruf geht es um Leistung, um Verlässlichkeit, um Professionalität — und viele Frauen befürchten, dass ein Gespräch über Menstruation und Schmerzen genau daran kratzt. Die Sorge, als weniger belastbar zu gelten, ist real. Also bleibt das Thema draußen.

Viele verstecken und überspielen dadurch die Symptome und leiden im Stillen.

Der Kreislauf, der die Sache verschlimmert

Hier wird es tückisch. Denn das Verstecken bleibt nicht folgenlos:

Sie bauen sich dabei oft zusätzlichen Stress auf, um möglichst gleich viel zu leisten wie an normalen Tagen — und verschlimmern die Symptome dadurch zusätzlich.

Ein schlechter Tag wird also nicht einfach durchgestanden. Er wird zusätzlich befeuert: durch die Anstrengung, ihn unsichtbar zu machen. Durch die Anspannung, die das kostet. Und durch den Anspruch, trotzdem die gleiche Leistung abzuliefern.

Dazu kommt etwas, das über den Job hinausreicht. Menschen mit Endometriose haben oft lange Zeit funktioniert, um dem Leistungsanspruch gerecht zu werden. Wer lange nur funktioniert, verlernt oft, die eigenen Bedürfnisse überhaupt zu spüren, und läuft Gefahr, die eigenen Grenzen zu übersehen. Zusätzlich zum Leistungsanspruch haben viele dieser Frauen gelernt, ihre Symptome zu verstecken, um nicht aufzufallen.

Beides zusammen ist eine ungünstige Kombination: hoher Anspruch an sich selbst plus die Gewohnheit, nichts davon zu zeigen.

Welche Erwartungen kommen eigentlich von wem?

Die Frage, die ich in der Beratung fast immer stelle, lautet: Wer verlangt das eigentlich von dir?

Manchmal ist es tatsächlich das Umfeld — ein Chef, der Präsenz erwartet, ein Team, in dem Ausfälle schlecht ankommen. Oft aber liegt der schärfste Anspruch bei der Frau selbst. Sätze wie „Ich darf mir das nicht anmerken lassen“ oder „Wenn ich einmal nachgebe, gelte ich als unzuverlässig“ stammen häufig nicht von außen, sondern sind über Jahre selbst gewachsen.

Diese Unterscheidung ist entscheidend. Denn was von außen kommt, muss anders verhandelt werden als das, was von innen kommt.

Was dabei hilft: Mit Glaubenssatz-, Werte- oder Teilearbeit findest du heraus, welche Erwartungen wirklich von außen kommen und welche von dir selbst. Dadurch gewinnst du mehr Klarheit im Umgang mit deinem eigenen Leistungsanspruch und mehr Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit den Symptomen.

Es geht nicht darum, sich zu outen

Ein Missverständnis möchte ich ausräumen: Es geht in dieser Arbeit nicht darum, dass du im Büro über deine Endometriose sprechen musst. Ob und wem du davon erzählst, entscheidest ausschließlich du.

Es geht um etwas anderes: darum, dass du an schlechten Tagen nicht auch noch gegen dich selbst arbeitest. Dass du merkst, wo du dir Druck machst, den niemand von dir verlangt. Und dass du Handlungsmöglichkeiten hast, statt nur durchzuhalten.

Zum Schluss

Wenn du dich hier wiedererkennst, bist du damit nicht allein — auch wenn es sich im Büro oft genau so anfühlt.

Wenn du magst, sprechen wir darüber. Das Erstgespräch ist kostenlos und unverbindlich.

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